E-Bass

Konzept

Idee

Ich wollte schon seit langem einmal ein Musikinstrument bauen. Der Auslöser, das dann wirklich in die Tat umzusetzen, war, als ich für meinen schon vorhandenen Squire P-Bass Special anfing, eigene Tonabnehmer zu bauen. Ab dann fing ich an, mir am Computer verschiedene Designs zu überlegen und mit GIMP zu illustrieren. Nachdem ich ein Design befunden hatte, das mir gefiel, wartete ich zwei Wochen. Und als es mir dann immer noch zusagte, fing ich an, mich mit Material einzudecken.

Anforderungen

Der Bass sollte möglichst komplett im Eigenbau entstehen. Da ich mit den Tonabnehmern nun schon etwas Erfahrung gesammelt hatte, wollte ich in diesem Bereich die (für mich) eierlegende Wollmilchsau, nämlich zwei Humbucker, die jeweils über einen Push-/Pull-Poti zu Singlecoils splittbar sind. Das ist auch nicht allzu schwer, da das nur eine Frage der Beschaltung ist. Dann wollte ich eigentlich als Holz für den Korpus* Esche oder Erle. Ich bin dann aber über ein Einzelstück Mahagoni gestolpert, mit einer so tollen Maserung, dass ich da nicht lange gezögert habe. Leider habe fast gar keine Bilder vom Bau, deshalb gleiche ich die fehlenden Bilder während des Baus mit unnötig vielen Bildern vom fertigen Bass aus.

*Ja Techi, ich weiß, den Unterschied hört man nicht.

Bau

Korpus

Der Korpus sollte wie gesagt aus einem Stück Mahagoni entstehen. Das grobe in Form sägen habe ich mit einer Stichsäge gemacht. Das ging viel schwerer als ich es erwartet hatte, da sich das Sägeblatt in die Kurven legte und ich so eine krumme Schnittkante hatte und dementsprechend relativ viel Holz zur Sicherheit stehenlassen musste. Danach spannte ich einen Bandschleifer mit 120er Korn senkrecht ein, sodass ich die Schnittkante glatt schleifen konnte. Das wiederum ging besser als erwartet und ich hatte eine zur Ober- und Unterseite perfekt senkrechte Kante. Nun wären eigentlich schon die Fräsungen für die Halsaufnahme und die Tonabnehmer an der Reihe gewesen, aber da ich nicht das passende Werkzeug und keine Geduld hatte, fing ich an, die untere Hälfte der Decke zu verrunden und das Fach für die Elektrik auszubohren. Das Fräsen konnte ich dann zum Glück an einen Zimmermann aus der Familie out-sourcen, deshalb an dieser Stelle nochmals: vielen Dank, Jens!

Dieses Foto entstand genau vor dem Fräsen der Halsaufnahme:

Danach fräste ich mit dem Dremel und dem Oberfräsenaufsatz die Aufnahmen für die Tonabnehmer in den Korpus und verrundete nun den Rest der Oberseite und danach die Unterseite. Darauf folgten die Bohrlöcher für den Hals und die Brücke. Nun konnte ich zum ersten Mal den Bass mit dem Hals verheiraten. Dabei stellte ich fest, dass die Halsaufnahme doch tiefer sein müsste, als ich gedacht hatte. Glücklicherweise konnte ich auch das mit dem Dremel erledigen, da meine Fräser nur eine Schneidenlänge von 7mm haben und ich somit mit dem Schaft des Fräsers an der Kante der Halsaufnahme entlangfahren konnte. Dadurch blieb die perfekte Passform der Fräsung erhalten und der Hals passte nun perfekt.

Bevor es ans Schleifen ging, bohrte ich noch die Kabelkanäle zwischen den Tonabnehmern, dem Elektrikfach und der Brücke und das Loch für die Klinkenbuchse.

Dann ging die Plackerei los. Erst mit 180er Korn die gröbsten Patzer wegraspeln, dann mit 400er Schleifpapier alles in die endgültige Form bringen. Dann das erste mal den Korpus wässern und trocknen lassen und dann mit 600er Papier die aufgequollenen Holzfasern verschleifen. Das noch ein zweites Mal. Nun war das Holz schon sehr schön gleichmäßig und glatt. Aber nicht ungeduldig werden. Erst noch bis 1000er Papier schleifen. Als das nach elenden, staubigen Stunden getan war, stellte sich die Frage, wie ich den Korpus lackieren wollte. Eigentlich hatte ich geplant, erst schwarz zu beizen, dann das Ganze etwas anzuschleifen und dann mit grau zu beizen. Damit wollte ich die unterschiedliche Porendichte des Holzes hervorheben. Aber beim Wässern des Holzes ergab sich ein so wunderbarer 3D-Hologramm Effekt dass ich mich nicht mehr dazu durchringen konnte, das Holz mit mehr als Klarlack zu lackieren. Gesagt, getan. Mit Felgen-Klarlack aus der Dose das Ding in vielen dünnen Schichten lackiert und fertig war der Lack (Ha-Ha.).

Hals

Als ich im Internet stöberte, wie man einen Hals baut, wurde ich ob der Realisierbarkeit dieses Vorhabens immer skeptischer. Ich hätte erst noch einen Haufen Werkzeuge kaufen müssen, um dann wahrscheinlich letzten Endes doch bloß schönes Holz in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Also entschied ich mich in einem Anflug von Vernunft dafür, einen Hals anfertigen zu lassen. Der Auftrag ging an Nature-Shock. Der Hals besteht aus Wenge mit einem Ebenholz Griffbrett mit 24 Bünden. Als ich den Hals nach etwa einem Monat Wartezeit in Händen hielt, war ich überaus froh, mich nicht daran versucht zu haben. So ein Kunstwerk hätte ich niemals alleine hinbekommen. Als Mechaniken sind Kluson Mechaniken verbaut.

Tonabnehmer/Elektrik

Die Tonabnehmer sind zwei meiner selbstgebauten Humbucker, die mit zwei Push-/Pull-Potis zu Singlecoils umgeschaltet werden können. Das dritte Poti steuert den Ton. Alle Fräsungen (bis auf die Halsaufnahme) sind mit Abschirmlack ausgekleidet und die Signale laufen nur über geschirmte Kabel.

Ergebnis

Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, sowohl Aussehen als auch der Klang haben meine Erwartungen übertroffen.